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Der perfekte Campspot & worauf es beim Wildzelten ankommt

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Lesezeit: 11 Minuten

Zelten mitten in der Natur unterm Sternenhimmel, umrahmt von einem romantischen Lagerfeuer… So reisen wir mit dem Fahrrad um die Welt, naja nicht immer… Da wir so gut wie nie in Hostels übernachten, haben wir unzählige Erfahrungen beim Wildzelten gemacht – sowohl gute als auch schlechte. Diese Erfahrungen und was wir daraus gelernt haben, möchten wir deshalb gerne an dich weitergeben. In diesem Artikel geben wir dir einen groben Überblick, was beim Wildzelten besonders hilft. Mit unseren folgenden Tipps findest du garantiert den perfekten Campspot und wir sagen dir, worauf du besonders achten solltest. Außerdem gibt es ein paar Verhaltenstipps, die für dich oberste Priorität haben sollten. Zum Schluss gibt´s wie immer ein kleines Fazit. 🙂

Unsere Tipps & Tricks sollen dir bei deinen eigenen Reiseplanungen helfen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass du gegenüber der Natur und den Tieren den nötigen Respekt erweist und mit deinem Verhalten unserer Umwelt nicht schadest.

Beim Wildzelten übernachtet man an nicht ausgewiesenen Plätzen. Also nicht auf einem Campingplatz, sondern meist in einem Zelt direkt in der Natur. Dabei verzichtet man natürlich auf die Vorzüge eines Campingplatzes, wie z.B. fließend Wasser, Strom und Toilette.

Wir finden die Kosten für einen Stellplatz gerade in Europa viel zu hoch. Allerdings nächtigen wir ohnehin viel lieber dort, wo es uns spontan am besten gefällt – im Einklang mit der Natur und dem nötigen Respekt gegenüber unserer Umwelt. Wir schlafen gerne beim Ruf der Eule ein und wachen mit Vogelgezwitscher bei Sonnenaufgang auf. Man muss aber natürlich auch damit rechnen, dass der Wald nachts nicht schläft. Die Waldbewohner können tatsächlich ganz schön laut werden.

Ist das erlaubt?

In Deutschland ist das Wildzelten in der Regel verboten. Die genauen Vorschriften und Regelungen können sich allerdings innerhalb der einzelnen Bundesländer unterscheiden. Hier sollten die Natur- und Waldgesetze der jeweiligen Bundesländer beachtet werden. Für eine Nacht wird (praktisch gesehen) meist eine Ausnahme gemacht, wenn man z.B. mit seinem Wohnmobil parkt und sich für 10 Stunden als Autofahrer erholt. Mehr als 1 Nacht darfst du in Deutschland nur wildzelten, wenn du dich auf Privatbesitz befindest und dies mit dem Besitzer vorher abgeklärt wurde. Grundsätzlich ist das Zelten in Naturschutzgebieten und Nationalparks verboten.

Auch in anderen Ländern Europas kann man nicht einfach sein Zelt aufschlagen, wo man gerade lustig ist. Am besten man informiert sich vorher genau über das geltende Recht, um Ärger und Bußgelder zu vermeiden. In Schweden, Finnland und Norwegen gibt es jedoch das “Jedermannsrecht”. Das besagt, dass ein Stück Land zwar von einer Privatperson besessen und betreut werden kann, dies aber jederzeit allen anderen Menschen zur Verfügung stehen muss. Ausnahme ist auch hier wieder ein explizites Verbot.

Was bedeutet Biwakieren?

Oft fällt beim Thema Zelten auch der Begriff “Biwakieren”. Damit ist die Übernachtung für eine Nacht ohne Zelt unter freiem Himmel oder in einem Iglu gemeint. Dazu schläft man also meist im Schlafsack nur auf einer Matratze oder in einer Hängematte. Ein Notbiwak* ist überall erlaubt. Das ist der Fall, wenn du z.B. eine Verletzung hast, bei einem Notfall oder wenn plötzlich ein Sturm aufzieht. Wenn man vorher genau plant zu Biwakieren, wird das in aller Regel für 1 Nacht geduldet. Die Ausnahme besteht jedoch, wenn man sich z.B. in einem Schutzgebiet aufhält, in dem das Biwakieren explizit verboten ist. Meist sind dort bedrohte Pflanzen- und Tierarten, die geschützt werden müssen.

Den perfekten Campspot finden

Nicht immer sind die äußeren Voraussetzungen gegeben oder haben wir die Zeit, einen ganz besonderen Zeltplatz für die Nacht auszumachen. Dann sind wir meist müde, es muss schnell gehen und wir schlafen oft sofort ein. Man will aber natürlich nicht immer an langweiligen Orten die Äuglein zu machen. Wir radeln durch die unterschiedlichsten Landschaften und staunen immer wieder über die Schönheit unserer Umwelt. Es gibt so viele tolle Orte, man muss nur ein paar grundlegende Dinge beachten, um den perfekten Campspot zu finden.

#1 Überblick verschaffen

Allgemeiner Überblick

Zuerst machst du dich am besten über geltendes Recht des Landes schlau, das du gerade bereist. Von Land zu Land können die Regelungen zum Wildzelten und Campen ganz unterschiedlich sein. Dann ist es meist eine große Hilfe, wenn du die Gegend, in der du unterwegs bist, vorher auf einer Karte über google maps genauer ansiehst. Dort kannst du sehen, wo sich Häuser befinden, wo Wald ist und wo z.B. ein Fluss in der Nähe zum Waschen (ohne Seife!) ist. Google Maps ist zwar nützlich, übertreibe es aber nicht. Meist sieht die Realität doch anders aus und du hast zu viel Zeit verschwendet.

Vor Ort kann man dann Einheimische fragen, wo man problemlos sein Zelt aufstellen darf oder direkt den Bauern fragen, ob man auf seinem Feld übernachten darf. Sollte sich die Gelegenheit nicht geben direkt mit dem Grundbesitzer zu sprechen, vermeide es auf jeden Fall, dein Zelt auf einem bewirtschafteten Feld aufzuschlagen! Halte nach Verbotsschildern Ausschau. Bist du vielleicht in einem Gebiet, wo es Landminen gibt, Steinschlaggefahr herrscht oder es ausdrücklich verboten ist, zu zelten? Wirst du beim Campieren in einem Naturschutzgebiet oder Nationalpark erwischt, kann dieses Abenteuer schnell teuer für dich enden.

Regelungen beachten

Karte zeigt Wasser, Wald etc.

Einheimische fragen

Verbotsschilder beachten

Witterungsverhältnisse beachten

Baue nach Möglichkeit dein Zelt Richtung Osten auf, wo am nächsten Tag die Sonne aufgeht. Je nachdem wird sie dich mit ihrem Licht und der Wärme recht früh wecken oder eben dein Zelt mit der Breitseite zur Sonne bei Feuchtigkeit schneller trocknen. Solltest du mehr als eine Nacht am selben Ort campieren (empfehlen wir allerdings nicht – Wahrscheinlichkeit entdeckt zu werden ist höher), stelle sicher, dass das Zelt während des Tages im Schatten steht und nicht permanent der UV Strahlung der Sonne ausgesetzt ist. Das schwächt die Materialeigenschaften des Zelts. Es ist z.B. weniger reißfest oder die wasserabweisende Eigenschaft kann abnehmen. (Dafür müsstest du allerdings kontinuierlich über längere Zeit dein Zelt der Sonne aussetzen…). Bei sehr starker Sonneneinstrahlung kannst du auch zusätzlich ein Tarp* über dein Zelt spannen.

Überlege dir, ob du die Talabfahrt erst am nächsten Tag machen kannst und stattdessen auf dem Bergkamm dein Zelt aufschlägst. Dies bietet dir genau genommen einen entscheidenden Vorteil. Im Tal sammelt sich je nach Jahreszeit und Land Feuchtigkeit und Nebel. Demzufolge wirst du sehr wahrscheinlich am nächsten Tag ein klatschnasses Zelt vom Tauwasser haben, obwohl es nicht geregnet hat. Das selbe gilt fürs Zelten auf Gras. Wenn du die Wahl hast, meide lieber Wiesen und zelte auf körnigerem Boden bzw. Waldboden.

Manchmal ist es auch ratsam, sich eine windgeschützte Ecke zu suchen. Schau dir genau deine Umgebung an. Wachsen Bäume oder Büsche auffällig in genau eine Richtung? Das ist ein Anzeichen dafür, dass dort sehr oft der Wind geht. Verwende dann ein oder zwei Heringe mehr als sonst und auch die Spannleinen, um dein Zelt fest zu verankern. Zur besseren Belüftung deines Zeltes, stelle dein Zelt mit seinen Lüftungsöffnungen in Windrichtung auf. So kann nachts die Luft zirkulieren und Tauwasser am Morgen reduziert werden. Noch ein kleiner Tipp bezüglich Bäume: Ein kurzer Blick auf harzende Bäume kann dir auch viel Ärger ersparen. Wir haben bisher leider noch keinen Weg gefunden, das Harz von unserem Tarp* rückstandslos und ohne Beschädigung des Stoffes zu entfernen…

Himmelsrichtung beachten

permanente Sonne vermeiden

auf Berg anstatt im Tal

Heringe und Spannleinen

Wiesen vermeiden

vor Wind schützen

Lüftungsöffnung in Windrichtung

harzende Bäume vermeiden

#2 Nicht auffallen

Hast du einen potentiellen Schlafplatz gefunden, versuche so unauffällig wie möglich dorthin zu verschwinden. Wähle einen Platz aus, der nicht ganz so offensichtlich für zufällig vorbeikommende Spaziergänger o.ä. ist. Manchmal erweisen sich Ruinen als gute Zuflucht. Prüfe aber bitte vorher, dass dir die Decke nicht auf den Kopf fällt, währenddem du schläfst. Es kann auch sein, dass andere Schlafsuchende auf diese glorreiche Idee kommen und du mitten in der Nacht überraschend Besuch von anderen Leuten oder streunenden Hunden bekommst.

Versuche zwischen deinem Schlafplatz und der Straße so viel Entfernung wie möglich zu bringen. Meist geben dir dichte Büsche oder Baumgruppen Deckung. Von Vorteil ist es hier natürlich ein Zelt in Grünfarben oder Erdtönen zu haben. Ein trendiges Signalrot, dass durch das Dickicht schimmert, ist nicht gerade hilfreich. Gut ist auch etwas oberhalb von Straßen zu zelten. So hast du einen guten Überblick über deine Umgebung und gleichzeitig ist es sehr unwahrscheinlich, dass dich von der Straße aus jemand entdeckt. Solltest du doch einmal beobachtet werden, winke und lächle demjenigen zu. Das zerstreut meist Bedenken und du hast ja eigentlich auch nichts böses im Sinn 😉 Wenn es zu einem Gespräch gekommen ist, fanden es die Leute dann sogar richtig spannend, dass wir mit dem Rad unterwegs sind und deswegen war es für sie auch kein Problem, dass wir dort schlafen wollten.

Entfernung zur Straße

Deckung hinter Büschen

unauffällige Zeltfarbe

oberhalb von Straße

#3 Nähe zur Wasserquelle

Wasser ist für uns so ziemlich das Wichtigste auf Reisen geworden. Dabei brauchen wir nicht nur ausreichend Trinkwasser, sondern auch genug Wasser, um z.B. zu kochen. Dann würde man sich nach einem anstrengenden und heißen Tag meist gerne waschen. Ganz zu schweigen vom Zähneputzen und Abspülen der Teller und Töpfe. Da kommen schnell einige Liter Wasser zusammen. Gebirgswasser trinken wir immer sehr gerne. Flusswasser kochen wir im Notfall ab, wenn kein Trinkwasser mehr da ist.

Aus diesen Gründen ist es nicht ganz so abwegig, dass sich unser Schlafplatz oft in der Nähe eines Bachs, eines Flusses oder einer anderen Wasserquelle befindet. In Europa haben wir gezielt nach Kirchen oder Friedhöfen Ausschau gehalten, in deren Nähe wir unser Zelt* aufgeschlagen haben. Dort gibt es fast immer Wasser, dass ebenso trinkbar ist. In muslimischen Ländern hielten wir uns meist in der Nähe von Moscheen auf oder füllten dort unser Wasser nach. Dort gibt es ebenfalls immer Wasser, da sich die Gläubigen vor dem Gebet Hände, Gesicht und Füße reinigen. Bedenke aber, dass du dann auch den Ruf des Muezzin sehr gut hören kannst. 

Beim Waschen und Abspülen achten wir besonders darauf, dass wir keine Seife oder Shampoo verwenden, wenn wir in der Natur zelten. Dies würde sonst der Umwelt und v.a. den Tieren, die das Wasser trinken und darin leben, schaden. Falls doch, dann nutzen wir nur biologisch abbaubare* Mittel.

Nah an Wasserquellen

in der Nähe von Friedhöfen

in der Nähe von Moscheen

biologisch abbaubare Mittel

So schön es auch ist, einen unbegrenzten Vorrat an Wasser zur Verfügung zu haben – einige Dinge solltest du dennoch beachten. Zelte nicht in einem Flussbett! Bei unerwartetem Regen kann sich dort schnell das Wasser sammeln und ansteigen, genauso wie in einer Senke. Hier also Ebenen bevorzugen, siehe dazu auch Tipp #6! Wir würden dir zudem empfehlen, nicht direkt am fließenden Wasser zu schlafen. Der Wasserlauf kann ziemlich laut sein und so überhörst du vielleicht wichtige Geräusche in deiner Umgebung. Wo stehendes Gewässer ist, sind meist auch die fiesen kleinen Blutsauger nicht weit! Mückenalarm also vorprogrammiert. Außerdem sind wir keine Fans von Sandcamping. Es mag zwar romantisch sein, direkt am Strand durch den Zelteingang den Sonnenuntergang beobachten zu können… danach haben wir jedoch länger damit zu tun, unsere Ausrüstung vom Sand zu befreien und die schützende Zeltbeschichtung leidet u.U. unter der Einwirkung der feinen Partikel.

nicht im Flussbett zelten

auf Ebene Zelt aufschlagen

Mücken bei Gewässer

Sandcamping vermeiden

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#4 Zelten in urbaner Gegend

Wir finden das Zelten in Städten generell nicht so toll. Manchmal haben wir allerdings nicht die Wahl und es dauert zu lange, bis man eine Stadt durchquert hat und im Hinterland Abgeschiedenheit findet. Natürlich ist es in besiedelten Gegenden umso schwieriger nicht aufzufallen und ist deshalb oft unvermeidbar. Trotzdem versuchen wir so gut es geht nicht entdeckt zu werden. Wir suchen uns dann bevorzugt Brücken, denn darunter ist es meist trocken. Allgemein solltest du mal deine Lauscher aufstellen, wie es mit dem allgemeinen Lärmpegel ist. Herrscht viel Verkehr um dich herum? Sind Bahngleise oder ein Flugplatz in der Nähe? Gibt es Sportplätze oder Orte, die nachts plötzlich von partylustigen Jugendlichen bevölkert werden könnten? Auch können Laternen und Flutlichtstrahler ziemlich nervig sein.

Brücken als Unterstand

Bahngleise beachten

Flugplatz beachten

Flutlicht & Laternen

#5 Zelten in der Natur

In der Natur ist es immer noch am schönsten und abenteuerlichsten zu schlafen. Allerdings und das ist die wichtigste Regel überhaupt beim Zelten: Hinterlasse so wenig Spuren wie möglich und verhalte dich respektvoll gegenüber der Pflanzen- und Tierwelt! Sei achtsam und vergewissere dich, dass du nicht aus Versehen vor einem Tierbau campierst oder wie der Elefant im Porzelanladen alles um dich herum verwüstest. Wirf auch mal einen genaueren Blick auf den Boden. Sind dort Tierspuren? Vielleicht zieht dort regelmäßg eine Herde durch, wo du gerade schlafen möchtest. Schafe oder Ziegenherden sind keine Seltenheit und können morgens rund um dein Zelt verteilt stehen oder dein Gemüse anknabbern. Ist ein Ameisenhügel in der Nähe? Dann am besten etwas Abstand halten, wenn du nicht unbedingt deinen Zeltboden als Schweizer Käse wieder mitnehmen möchtest.

Du solltest dir auch darüber bewusst sein, dass die Natur niemals schläft. Da heult z.B. ein Koyote in der Nähe, Füchse gehen auf die Jagd und Rehe huschen durch das Unterholz. Nachtaktive Tiere können manchmal richtig laut sein. Vor allem ungewohnte Geräusche können anfangs ganz schön unheimlich sein.

Tierbau in der Nähe

Tierspuren beachten

Ameisenhügel beachten

ungewohnte Geräusche

#6 Zeltuntergrund überprüfen

Schaue dir genau die Bodenverhältnisse an. Es ist immer angenehmer auf einer Ebene sein Zelt aufzuschlagen. Nicht zuletzt deswegen, weil sich bei Regen eine Kuhle schnell mit Wasser füllen kann. Sollte das nicht möglich sein, vergewissere dich, dass dein Kopf während der Nacht höher liegt, als der Rest. Das bringt dir einen angenehmeren Schlaf. Leichte Unebenheiten kannst du mit Kleidung unter deiner Schlafmatte ausgleichen. Beseitige alle Äste, Steine oder spitzen Gegenstände, die deine Zeltunterlage beschädigen könnten.

Achte auch darauf, beim Einschlagen der Heringe keine Steine zu treffen, die unter der Erde liegen. Das kann deine Heringe verbiegen. Im Sand halten normale Heringe nicht. Hier kannst du Steine oder schwerere Gegenstände zum Beschweren der Seiten bzw. Zeltschnüre verwenden. Es ist auch schon vorgekommen, dass wir auf Asphalt gezeltet haben. Da hat man mit Heringen natürlich keine Chance. Auch hier eignen sich wieder Steine zum Beschweren oder noch besser ein freistehendes Zelt*. Wenn möglich, kann man mit den Leinen seitlich die Zeltplane zusätzlich abspannen.

Kopf höher legen bei Unebenheiten

Äste, Steine & Spitzes entfernen

Hering nicht auf Stein schlagen

Steine zum Beschweren

Verhalten beim Zelten

Die ersten Schritte sind getan, du hast dich über das geltende Campingrecht informiert und den perfekten Platz für die Nacht gefunden. Nun geht es daran dein Zelt aufzubauen. Dein Verhalten beim Zelten hat natürlich auch einen erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Um niemanden zu schaden und keine Spuren zu hinterlassen, ist es wichtig, dass du auch die folgenden Tipps beachtest.

Feuer machen

An kalten Tagen zum Kochen oder in geselliger Runde kann ein kleines Lagerfeuer schon toll sein… Das ist aber nicht immer eine gute Idee! In manchen Gegenden ist es sogar ausdrücklich verboten, ein Feuer zu machen und wird mit einer Geldbuße geahndet. Wenn du also ein Feuer machen möchtest, vergewissere dich, das dies auch erlaubt ist und z.B. keine Waldbrandgefahr herrscht. Halte ausreichend Wasser oder Sand zum Löschen bereit und beachte auch den Wind. Der kann nämlich schnell mal ein vermeintlich gelöschtes Feuer wieder zum Leben erwecken. Achte  darauf, dass sich im Radius von etwa 3 Metern nichts brennbares befindet.

Rund ums Essen

Gerade in der Natur solltest du nicht unbedingt dort kochen und dein Essen lagern, wo du schläfst. So lockst du neugierige und hungrige Tiere direkt in dein Schlafgemach. Wenn etwas vom Essen überbleibt, verpacke es am besten luftdicht und lagere es an einem Ort, wo Tiere nicht so leicht hinkönnen. Wir haben schon einmal aus Faulheit einen halbvollen Topf in unserem Zeltvorraum stehen gelassen. Am nächsten Tag war das Essen fast nicht mehr auszumachen. Tausende von Ameisen haben sich darüber hergemacht und waren dabei ihren neuen Schatz zum  Ameisenbau zu transportieren.

Nicht dort Essen lagern, wo du schläfst
Reste luftdicht verpacken

Stilles Örtchen & Müll

Irgendwann kommt der Moment, da muss man mal. Vergrabe deine Hinterlassenschaften mind. 50cm unter der Erde, damit die Tiere nicht ohne weiteres dran kommen. Du solltest dein Geschäft auch nicht in unmittelbarer Nähe von Flüssen etc. verrichten, da du sonst das Wasser verunreingen könntest. Nutze allerdings Wasser, um dich zu reinigen bzw. sammle benutztes Toilettenpapier wieder ein und werfe es zusammen mit deinem Müll weg. Hundekotbeutel sind auch sehr praktisch für das größere Geschäft. Es sollte selbstverständlich sein, dass du alles, was du an Müll produzierst, wieder mitnimmst und dann in einen dafür vorgesehenen Mülleimer entsorgst. Verlasse den Ort nicht nur wie du ihn vorgefunden hast, sondern nehme auch fremden Müll mit.

In Albanien und Indien waren wir sehr schockiert vom Umgang mit Müll. Überall sahen wir regelrechte Müllberge. Auch an vermeintlich ruhigeren Orten mitten in der Natur fanden wir immer wieder die Hinterlassenschaften sorgloser, ignoranter Menschen. Wir gaben unser bestes und sammelten wann immer wir konnten Müll auf – doch selbst dort sind wir irgendwann an Grenzen gestoßen…

Hinterlassenes vergraben
nicht in der Nähe von Flüssen
verwende Hundekotbeutel
Müll sammeln und mitnehmen

Fazit

Das Zelten außerhalb von Campingplätzen kann wunderschön sein, trotzdem müssen hierfür ein paar Dinge unbedingt beachtet werden. Nicht überall ist das Wildzelten legal. Auch sollten ausgewiesene Verbotszonen unbedingt respektiert werden, genauso wie der Lebensraum von Tieren und Pflanzen.

Den perfekten Campingspot findest du, indem du dir vorher einen groben Überblick über die Lage verschaffst, wenig Aufmerksamkeit auf dich ziehst und ausreichend Wasser zur Verfügung hast. Gehe in dichter besiedelten Gegenden Lärmquellen aus dem Weg. Wenn du mitten in der Natur bist, gib auf Pflanzen und Tiere acht. Achte auf den Zeltuntergrund und beseitige alle spitzen Gegenstände, die deine Zeltplane beschädigen könnten.

Wo immer der Mensch ist, hat sein Tun und Handeln natürlich auch einen direkten Einfluss auf die Umwelt. Müll hinterlassen ist ein absolutes No-Go. Wo ein Müllhaufen ist, gesellt sich schnell neuer Unrat dazu. Wir alle haben eine Vorbildfunktion und um auch weiterhin die Schönheit unserer tollen Natur in vollen Zügen genießen zu können, sollten wir auch verantwortungsbewusst handeln. Das Bild vom Wildzelten sollte nicht mit negativen Erfahrungen besetzt sein. Andererseits riskieren wir nur die Erlassung von noch mehr Verboten, Richtlinien und Kontrollen, die das Schlafen unterm Sternenhimmel bald so nicht mehr möglich machen.

Welche Erfahrungen hast du beim Camping in der Natur oder beim Wildzelten gemacht? Erzähl uns davon! 😉

Wir sind zur Zeit auf einer 5 jährigen Weltreise mit dem Fahrrad! Komm mit auf Social Media und wir entdecken zusammen die Welt.

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