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Transsylvanien ruft – eine Motorradrundreise

Lesezeit: 21 Minuten

Unsere letzte Motorradreise mit der Aprilia Pegaso begann gleich mal mit einer Panne – und endete auch mit einer… 😀 Aber das trübte unsere gute Laune auf unserer Rundreise durch 8 verschiedene Länder nicht. Vom Weißwurstäquator ging´s dabei nach Bulgarien und anschließend in das wunderschöne Rumänen. Abgesehen von tollen Menschen und atemberaubender Landschaft, haben wir auch kulinarisch klasse Erfahrungen machen können. Bulgarischer Schnaps mit Kefir, delikate Leber oder traditionelle Suppe mit Kutteln –  wir haben uns getraut und nichts bereut. 😉

Erfahre hier mehr über unsere genaue Route, die besuchten Länder und unsere Erlebnisse dort sowie genaue Fakten zu unserer Rundreise.

Wir haben uns bereits im Vorfeld schon einige Gedanken über unsere geplante Route gemacht. In unserem Beitrag “Von Knoblauch und Vampiren” haben wir eine erste Version der Route veröffentlicht. Natürlich ist es nicht bei dieser geblieben 😉 Wir haben unterwegs super Tipps bekommen und daraufhin spontan noch ein paar Reiseziele hinzugefügt bzw. andere Orte ausgelassen.

Unten siehst du die exakte Aufzeichnung unseres Navigationsgeräts* der letztendlich gefahrenen Route:

Unsere Motorradreise startete in der Heimat, wobei es auch gleich zu den österreichischen Nachbarn über Ungarn und Serbien nach Bulgarien ging. Dort legten wir eine längere Pause von etwa einer Woche ein, um Freunde von uns zu besuchen und mehr von Bulgarien zu erleben. Von da aus war es auch nicht mehr weit bis nach Rumänien, wo wir unbedingt Transsylvanien erkunden wollten und ebenso einen längeren Stopp einplanten.

Damit wir mehr Abwechslung bei unserem Motorradtrip hatten, war schnell klar, dass aus unserem Trip eine Rundreise wird. Deshalb nahmen wir natürlich nicht die gleiche Route zurück nach Hause. Zwar passierten wir nochmal Ungarn, jedoch mit einem Abstecher in die schöne Hauptstadt. Anschließend fuhren wir über die Slowakei und nochmal durch Österreich sowie anschließend über Tschechien zurück nach Deutschland.

4.500km - 30 Tage - 8 Länder

Deutschland

Los ging unsere Reise am Weißwurstäquator, genauer gesagt direkt bei Verwandten in München. Wir hatten beide noch in unterschiedlichen Städten etwas zu erledigen, also erkoren wir Bayerns Landeshauptstadt zum offiziellen Startpunkt unserer Reise. Voll getankt und gut bepackt machten wir uns schließlich wie gewohnt gemütliche über Landstraßen auf den Weg. Natürlich machten wir unterwegs noch einen Halt bei einem unserer Lieblingsseen, dem Walchensee. Nach einer kurzen Erfrischung im angenehm kühlen Wasser ging´s auch schon weiter nach Garmisch-Partenkirchen. Dort verbrachten wir wieder einige Tage bei Verwandten. Als nächstes wollten wir nochmal in Rosenheim Freunde besuchen, bevor wir weiter nach Österreich durchstarteten.

Ihr wollt doch nicht so nach Rumänien fahren?

Wir fuhren mit geringem Tempo durch eine kleine Ortschaft, keine paar Stunden von unserem letzten Stopp entfernt. Über unsere Sprechanlage* malten wir uns schon aus, was wir alles in den kommenden Ländern unserer Reise unternehmen wollten. Trotz des leichten Nieselregens war die Stimmung super. Dann merkten wir plötzlich wie der hintere Reifen nachgab und schwammig über den Asphalt waberte… Ze fix! Ist das jetzt ein Platten? 🙁

Wir fanden zum Glück sehr schnell eine Motorradwerkstatt. Dann kam jedoch die Diagnose: 15 Speichen gebrochen! Es kam noch dicker: Aprilia-Teile sind mittlerweile eine Rarität geworden, da die Firma von Piaggio übernommen wurde und diese sich nicht mehr um einen weiteren Vertrieb kümmert. Beim genaueren betrachten machte der Vorderreifen auch keinen guten Eindruck mehr. Das Profil ließ schon etwas zu wünschen übrig und war etwas abgefahren. Die Besitzerin der Werkstatt lachte unglaubig: “Ihr wollt doch nicht so nach Rumänien fahren?”.

Fast einen ganzen Tag telefonierten wir, um Speichen bzw. ein komplett neues Hinterrad aufzutreiben. Auch die nette Besitzerin hatte Mitleid mit uns und klapperte alle Kontakte ab, die hergingen. Die Rettung kam dann letztendlich über Ebay-Kleinanzeigen. Ein Freund holte für uns gleich Vorder- und Hinterrad beim Verkäufer ab und brachte sie uns vorbei. Gegen Abend waren wir dann endlich wieder abfahrbereit und blubberten im Dunklen Richtung Rosenheim. Von dort aus war es dann nur noch ein Katzensprung nach Österreich und die Weiterfahrt lief zum Glück ohne weitere Probleme. Alle Details zur Odyssee gibts übrigens in unserem Video zur Rundreise.

Gesamtstrecke: 320.36 km
Maximale Höhe: 928 m
Minimale Höhe: 436 m
Gesamtanstieg: 3347 m
Gesamtabstieg: -3232 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 55.11 km/h

Österreich

Oberbayern ist unserer Meinung nach landschaftlich gesehen sehr vielseitig und mit seinen Bergketten und Wäldern sehr schön. Österreich steht dem jedoch in nichts nach. Unsere erste Nacht unter freiem Himmel peilten wir in einem kleinen Örtchen in der Steiermark an. Bis dahin war der Weg fast abenteuerlich. Wir fuhren durch Berchtesgaden über die Grenze ins österreichische Hallein. Da wir die Landschaft am besten genießen können, wenn wir entschleunigt unterwegs sind, vermeiden wir so gut es geht Autobahnen und Schnellstraßen. Ein weiterer Grund auf den Landstraßen zu fahren, sind die zusätzlichen Gebühren, die anfallen würden, da in Österreich generell für Autobahnen und Schnellstraßen Vignettenpflicht besteht. Mithilfe des Motorrad-Routenplaners kurviger.de stellen wir sehr gerne unsere Touren zusammen. Der Planer zeigt besonders kurvige und schöne Strecken jenseits von Autobahnen und Großstädten auf. Gerade in der bergigen Landschaft Österreichs freuten wir uns schon auf die Strecken, die unser Navi nun für uns parat hielt.

Sorry, there is no way!

Wir fuhren auf wunderschönen, idyllischen Bergstraßen und hatten diese im Prinzip komplett für uns alleine. Für Motorradfahrer ein absoluter Traum mit fabelhafter Aussicht. Wieder in einem Tal angekommen, fuhren wir eine ganze Weile neben einem Fluss entlang. Dann verengten Pylons die Fahrbahn und plötzlich war die Hälfte der Straße einfach verschwunden.



Es gab wohl kurz zuvor heftige Unwetter, wobei Teile der Straße massiv beschädigt wurden. Nun hinderte uns ein Bagger an der Weiterfahrt. “Sorry, there is no way! You can not pass!” Mit unserem ganzen Gepäck sahen wir wohl aus, als wären wir von weit hergereist. 😀

Wie wir erfuhren gab es keine Möglichkeit mehr die Straße weiter zu befahren. Die nahe liegende Brücke über die wir mussten, wurde komplett zerstört. Natur kann schon sehr gewaltig sein… Unser Umweg betrug fast 30km, aber das kümmerte uns wenig. Wir hatten uns ja extra Zeit für diese Tour genommen.

Ein Bett unter´m Sternenhimmel

Sobald unsere grobe Route steht, schauen wir generell auch gleich wo wir am besten unser Nachtquartier aufschlagen können. Nicht immer ergibt sich die Gelegenheit über Couchsurfing einen Schlafplatz zu organisieren und wir versuchen so gut es geht uns die Kosten für ein Zimmer im Hostel zu sparen. Aus diesem Grund schauen wir uns die Gegenden, die wir passieren, genauer an. Meist setzen wir uns eine Distanz von 300km, da wir oft nicht weiter an einem Tag fahren. Dabei sind uns die folgenden Kriterien wichtig:

In der Steiermark haben wir uns einen kleinen ruhigen See ausgesucht, wo wir super unsere Hängematten aufhängen konnten. Wir hatten dann auch eine klare Nacht und mit unseren kuscheligen Schlafsäcken* ein gemütliches Bett direkt unter´m Sternenhimmel.

Gesamtstrecke: 323.41 km
Maximale Höhe: 1196 m
Minimale Höhe: 455 m
Gesamtanstieg: 3720 m
Gesamtabstieg: -3620 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 57.52 km/h

Ungarn

Von Österreich ging es von Strem auf der Landstraße über die Grenze Richtung Pinkamindszent nach Ungarn. Da wir wie bereits erwähnt gerne Landstraße fahren, war auch unser Grenzübergang relativ unspektakulär. Das einzige was auffällig war, war der aprubte Wechsel der Fahrbahnqualität. In Ungarn waren die Straßen holpriger und nicht ganz so angenehm befahrbar wie davor. Neu war auch, dass man hier nicht nur für Autobahnen, sondern auch für einige Schnellstraßen (gekennzeichnet mit “M”) eine Gebühr zahlen muss. Bei der dort geltenden sog. e-Vignette wid die Maut elektronisch über das Kennzeichen kontrolliert. Diese Regelung gilt leider auch für Motorräder. Da wir mit Ungarn´s Straßen nicht ganz so warm wurden und die Landschaft eher eintönig war, bissen wir in den sauren Apfel und fuhren dann tatsächlich auf einigen Schnellstraßen. Wir zahlten 8€ für eine Woche. Noch etwas änderte sich hier und zwar die Währung. Der ungarische Forint (HUF) war auf dieser Reise die erste Währung, die wir wechseln mussten. Mit unserer VISA-Karte der DKB* war das allerdings kein Problem. An ATM-Automaten mit dem VISA-Zeichen konnten wir zum aktuellen Kurs ab einem Betrag von 50€ Geld kostenlos abheben.

Mais, Sonnenblumen & Zäune

Wir fuhren vorbei an einzelnen Ortschaften, bei denen es schien, als sei dies die einzige Straße, die diese Bewohner haben. Die Häuschen waren direkt an der Straße in ähnlich kleinen Parzellen mit Garten aufgereiht und von einem Zaun eingerahmt. Überhaupt kam es uns so vor, als würden die Ungarn ihre Zäune lieben.

Während der Fahrt gab es für das Auge eher wenig Abwechslung. Man konnte das Land weit überblicken und wenn es nicht gerade durch eine bewohnte Gegend ging, sah man weit und breit nichts als Mais und Sonnenblumen. Und noch viel mehr Mais und Sonnenblumen. Wir witzelten wieder durch unsere Sprechanlage vom Motorrad: “Ungarn ist wohl der weltweite Mais- und Sonnenblumenlieferant”. 😉

Wo geht´s da jetzt zum Balaton?

Als nächsten Stopp wählten wir den Plattensee, weil keiner von uns bisher je dort gewesen ist. Seine Ufer erstrecken sich über 197km und zwischendrin trifft man auf vulkanische Hügel. Da unsere Route oberhalb des Balatons (wie der See auch genannt wird) verlief, wollten wir diesmal im Örtchen Balatonkenese im Norden unser Lager aufschlagen. Wie wir schnell feststellen mussten, war dort fast die gesamte Strecke am Wasser entlangt gesäumt von Privathäusern und Hotels. Und wie wir schon vorher bemerkt haben – verdammt, diese Ungarn lieben einfach ihre Zäune… Wie sollten wir da jetzt direkt zum Balaton gelangen? Als wir weiter hinausfuhren, fanden wir uns auf einer Anhöhe wieder, bei der das Wasser weit unter uns lag…

 

Wir suchten eine gefühlte Stunde nach einem geeigneten Plätzchen. Der Hunger war schon sehr groß und die Ungeduld stieg. Nach einer Ewigkeit entdeckten wir dann ein öffentlich zugängliches Strandbad. Zwar gab es hier auch wieder einen Zaun davor, der stand jedoch für die Badegäste offen. Besser als nichts dachten wir uns und spannten unsere Hängematten letztendlich zwischen zwei Bäumen bei einem nahegelegenen Parkplatz auf. Dafür wurden wir mit einem herrlichem Süßwassersee mit Sandstrand vor unserer Nase belohnt, bei dem wir das Gefühl hatten im Meer zu plantschen. Haben wir es schon erwähnt? Strandduschen gab es auch, das topte nochmal die Lage unseres Nachtquartiers. 😉 So konnten wir frisch geduscht am nächsten Tag dem Land#4 unserer Motorradrundreise entgegendüsen: Serbien.

Gesamtstrecke: 351.01 km
Maximale Höhe: 1407 m
Minimale Höhe: 111 m
Gesamtanstieg: 2723 m
Gesamtabstieg: -3226 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 58.66 km/h

Serbien

Vom nahen Grenzort Bácsalmás in Ungarn gelangten wir direkt nach Serbien. Es war wirklich tote Hose bei dieser Grenze, kein Stau, noch nicht mal ein einziges Auto, dass vor uns hinüber wollte. An der Grenze empfingen uns zum ersten Mal Grenzbeamte, die uns und unser Gefährt kontrollierten. Wir wollten diesen ersten “richtigen” Grenzübergang der Reise mit unserer Actioncam* festhalten. Brav übergaben wir der Dame in Uniform unsere Personalausweise.

Where do you want to go?

Wir waren in Gedanken noch ganz bei der Kamera – Ist alles drauf? Ist der Winkel gut? Ein kurzer Blick auf uns und unser Motorrad, dann folgte eigentlich eine berechtigte Frage, die uns in diesem Moment jedoch total unvermittelt traf: “Where do you want to go?” Melli antwortete perplex: “Serbia.” Ja logisch, wir befanden uns an der Grenze von Ungarn nach Serbien, klar dass wir nach Serbien wollten… Die Antwort scheinte aber der Dame durchaus zu reichen, wobei wir mit einem “Okay” weitergewunken wurden. Wir mussten lachen. Was war denn das gerade? Diese Unterhaltung zählte wohl zu den komischsten während all unserer Grenzübertritte.

 

Auch in Serbien ist die Benutzung von Autobahnen und Schnellstraßen gebührenpflichtig. Die Landschaft war deutlich abwechslungsreicher, als zuvor in Ungarn. Wir beschlossen abermals eine Schnellstraße zu nehmen. Grund waren die erheblichen Schlaglöcher auf der Landstraße zusammen mit dem Gewicht unserer Beladung. Der Asphalt auf der Schnellstraße war im Gegensatz zum Nachbarland ein aboluter Traum. Beim Auffahren auf die Mautstraße zog man ein Ticket, wohingegen man beim Verlassen dann die jeweilig gefahrene Strecke bezahlte. An manchen Mautstellen kann allerdings auch ein Pauschalbetrag verlangt werden.

Volle Lippen - ein Natural Booster

Nähe Novi Sad fuhren wir zufällig an einem kleinen See vorbei, der uns mit einer Dusche, zwei gemütlichen Holzbänken und einem Tisch sofort zum Bleiben animierte. Volltreffer, schon wieder eine Gratis-Dusche 😉 Es waren nur vier weitere Einheimische dort, wir hatten den See fast für uns alleine. Schnell hoben wir beim nächsten ATM serbische Dinar (RSD) ab und kauften bei einem kleinen Laden um die Ecke frisches Gemüse für unser Abendmahl mit unserem Holzvergaser*.

Zurück am See sprangen wir kurz hinein und kochten uns danach Reis und Gemüse. Glücklich und zufrieden beschlossen wir diesmal auf unseren Isomatten direkt im praktischen Biwaksack* auf dem Boden zu übernachten. Unser Biwaksack* bietet für 2 Personen und deren Schlafsäcke Platz und ist für Übernachtungen im Freien gedacht. Es dämmerte und der super Spot am See verwandelte sich in ein Eldorado für Blutsauger. Hätten wir eigentlich schon eher drauf kommen können – bei stehenden Gewässern tummeln sich die Mücken. Dani wurde verschmäht, Melli dafür umso mehr Opfer einer blutigen Schlacht. Nur der Mund und die Nase schauten aus dem Biwaksack* heraus, das reichte aber vollkommen. Wir hatten extra die Reste unserer Billig-Sprays gegen Mücken zusammengemischt, damit diese wegkamen. Leider hielten noch nicht mal Tücher die Plagegeister davon ab, sie stochen einfach durch den Stoff. Dani amüsierte sich am Morgen über Melli´s Anblick – Melli nicht. Das Endergebnis nach einer schlaflosen Nacht für Melli waren zwei angeschwollene, schmerzende und volle Lippen – ganz ohne Botox-Spritze. Wir schworen uns beide bei den kommenden Reisen auf unser altbewährtes Deet* zurückzugreifen, der Mückenkiller schlechthin.

Gesamtstrecke: 339.92 km
Maximale Höhe: 187 m
Minimale Höhe: 71 m
Gesamtanstieg: 2012 m
Gesamtabstieg: -2071 m
Durchschnittsgeschwindigkeit: 62.55 km/h

Bulgarien

Land #5 unserer Rundreise war Bulgarien. Auch am Grenzübergang von Vrska Cuka in Serbien nach Bulgarien wurden wir wieder kontrolliert. Dieses Mal hatten wir eine Antwort parat, falls wir nach unserem nächsten Ziel gefragt werden würden. 😉 Die Frage blieb aus, uns erwartete aber eine andere Überraschung. Durch große Schautafeln wurden Grenzgänger darüber aufmerksam gemacht, dass die Einfuhr von Milch- und Fleischprodukten untersagt sei, da momentan in Bulgarien die afrikanische Schweine-Seuche die Runde mache. Wir hatten nichts dergleichen dabei und wurden abermals durchgewunken. Wir wunderten uns noch über die große Pfütze unmittelbar auf der Straße direkt nach dem Grenzhäuschen. Hatte es so stark geregnet, dass sich das Wasser dort gesammelt hatte und nicht mehr abfließen konnte? Wir fuhren langsam durch die Pfütze und stellten erschrocken fest, dass sie mit jedem Zentimeter tiefer wurde. Das Wasser spritzte bis zu den Koffern und wir hielten die Luft an, dann waren wir zum Glück durch. Erst danach kam uns der Gedanke, dass dies ein desinfizierendes Tauchbad für die Autos sein könnte. Sozusagen eine reinigende Unterbodenwäsche.

Generell muss in Bulgarien für die Benutzung der Nationalstraßen eine Vignette bezahlt werden. Die Maut wird wie in Ungarn elektronisch über das Kennzeichen geprüft. Davon betroffen sind alle Verkehrsteilnehmer ab drei Rädern. Unser bulgarischer Freund hat extra nochmal bei der Mautstelle angerufen, um sicher zu gehen. Das bedeutete Motorradfahrer mussten nichts bezahlen. Juhu! 🙂

Schlemmen zum Nulltarif

Wir verließen die Hauptstraße, die über die Grenze fuhr und wählten wieder eine Route mit mehr Kurven und wechselnder Landschaft. Die kleinen Orte, die wir passierten, waren nicht so sehr belebt, wie zuvor in Serbien. Allerdings gab es eine riesen Vielfalt an Obstbäumen direkt am Straßenrand. Es gab Apfelbäume, Birnenbäume, Zwetschgenbäume, Mirabellenbäume… Die Äste mit ihren prallen Früchten baumelten uns regelrecht vor der Nase. Den abgefallenen und nicht aufgelesenen Exemplaren auf dem Boden nach zu urteilen kümmerte sich auch nicht wirklich jemand darum, sodass wir natürlich zugreifen mussten. 🙂

 

Nächster Halt auf unserer Tour war der Ort Montana im nordwesten von Bulgarien. Bulgarien ist zwar Mitglied der EU, hat aber eine eigene Währung. Hier hoben wir also unsere dritte Fremdwährung, den Lew (Mehrzahl Lewa) ab. In Melli´s Geldbeutel herrschte langsam Chaos. Ein Vorteil jedoch war (und zwar nur in diesem Fall), dass auf den Münzen kyrillische Schrift zu lesen war. Für uns also eigentlich unerkennbar was da steht, aber ein deutliches Indiz für bulgarisches Geld. 😉

Wir fanden wieder einen großen See, der bereits von einigen Fischern und anderen Zeltenden besiedelt war, wir aber trotzdem ungestört sein konnten. Zum Abendessen feuerten wir unseren Holzvergaser* an. Es gab Kebapcheta und Tatarsko Köfte (wunderbar gewürzte Fleischbällchen) mit fluffigem Sesam-Brot. Sehr lecker! Am nächsten Morgen ging es dann weiter zu unseren Freunden nach Kazanlak.